Wenn man plötzlich zur Nebensache wird – Freundschaft und neue Beziehungen

Wir alle kennen es: Eine neue Liebe tritt ins Leben einer nahestehenden Person – und plötzlich scheint alles anders zu sein. Nachrichten werden seltener, gemeinsame Abende werden abgesagt und man selbst fühlt sich manchmal wie ein Statist im Film der anderen. Besonders in der LGBTQ+ Community, in der Freundschaften oft wie eine Wahlfamilie sind, kann das Gefühl, „zur Nebensache zu werden“, sehr verletzend sein.

Warum passiert das?

Neue Beziehungen sind aufregend. Schmetterlinge im Bauch, ständige Gespräche mit dem neuen Partner oder der Partnerin – das kostet Zeit und Aufmerksamkeit. Viele merken gar nicht, dass ihre Freund:innen sich zurückgesetzt fühlen, weil die Euphorie einer neuen Liebe einfach alles überschattet.

Die Gefühle dahinter

  • Zurückgelassen fühlen: Plötzlich ist man nicht mehr erste Anlaufstelle.
  • Eifersucht: Nicht auf die Beziehung selbst, sondern auf die gemeinsame Zeit.
  • Angst vor Verlust: Was, wenn die Freundschaft nicht mehr so wird wie früher?

Diese Emotionen sind normal – und es ist völlig okay, sie zu haben.

Wie damit umgehen?

  1. Offen reden: Sag deiner Freund:in, wie du dich fühlst, ohne Vorwürfe.
    Beispiel: „Ich freue mich für dich, aber ich vermisse unsere Zeit.“
  2. Eigene Grenzen respektieren: Wenn du merkst, dass dich die Situation verletzt, zieh dich kurz zurück, um dich selbst zu schützen.
  3. Akzeptanz üben: Manchmal verändern sich Prioritäten. Das heißt nicht automatisch, dass eine Freundschaft endet – sie kann sich auch einfach wandeln.
  4. Selbst Fokus setzen: Nutze die Zeit für dich, deine Hobbys oder neue Kontakte.

Ein kleiner Reminder

Freundschaften sind wertvoll und gerade in queeren Communities oft ein sicherer Hafen. Wenn du dich zur Nebensache fühlst, bedeutet das nicht, dass du weniger wichtig bist. Es ist okay, den Raum einzufordern, den du verdienst – und es ist genauso okay, loszulassen, wenn etwas dauerhaft einseitig wird.

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